Beschäftigte und Auszubildende im Friseurhandwerk in Hessen bekommen mehr Geld – ab August 2018 in drei Schritten

ver.di Hessen und der Landesinnungsverband Friseurhandwerk Hessen haben sich auf neue Entgelt-Tarifverträge für Auszubildende und Beschäftigte geeinigt. Demnach steigen die Löhne für Friseurinnen und Friseure in drei Schritten zwischen knapp 15 und 24,5 Prozent – abhängig von der Lohngruppe. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt drei Jahre bis Juni 2021. Insgesamt sind im hessischen Friseurhandwerk rund 12.000 Menschen beschäftigt.

 

Im Tarifvertrag für die Auszubildenden steigen die Vergütungen ebenfalls in drei Schritten bis 2021. In diesem Jahr gibt es jeweils 100 Euro mehr pro Monat, 2019 und 2021 dann 20-50.
Kontrollorgane für die Einhaltung der Bezahlung sind die Innungen und Handwerkskammern. Beispielsweise findet bei der Eintragung der Lehrverträge in die Lehrlingsrolle immer eine Prüfung der Ausbildungsvergütung statt.

Landesinnungsmeister Kay-Uwe Liebau: „Die Anpassung des Beschäftigtenentgelts, dessen Tarifvertrag aus dem Jahr 2003 stammte, und die Anpassung der Ausbildungsvergütungen waren dringend notwendig, um den Beruf der Friseurin/ des Friseurs finanziell attraktiver zu gestalten. Damit wird ein weiterer Anreiz geschaffen, den Beruf zu ergreifen und im Friseurhandwerk eine Zukunft zu sehen. Die drei Schritte und die lange Laufzeit haben wir verhandelt, weil wir den Betrieben Planungssicherheit geben wollten.“ ver.di-Fachbereichsleiter Mathias Venema: „Für uns ist wichtig, dass im Rahmen der Laufzeit kein hessischer Friseur und keine hessische Friseurin mehr unter 10 Euro die Stunde verdient – auch ungelernte Kräfte. Außerdem haben wir einen deutlichen Abstand zum gesetzlichen Mindestlohn realisieren können. Besonders erfreulich ist für uns die Erhöhung der Ausbildungsvergütung. Sie bedeutet eine deutliche Wertschätzung für den Handwerksberuf des Friseurs.“

Darüber hinaus haben ver.di Hessen und der Landesinnungsverband für die neuen Tarifentgelte wieder Allgemeinverbindlichkeit beantragt. Eine entsprechende Anschlusserklärung wird rückwirkend zum 01.08.2018 eingereicht. Eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) beseitigt Unzulänglichkeiten, die sich aus der mangelnden Tarifgebundenheit der Betriebe im Friseurhandwerk ergeben. Sie setzt beispielsweise gleichwertige, dauerhafte und angemessene soziale Rahmenbedingungen für die Ausbildung junger Menschen in ihrem Ausbildungsverhältnis und für die Beschäftigten im Friseurhandwerk.

Aufgrund der Struktur im Friseurgewerbe mit seinen vielen Einzelbetrieben ist es wichtig, allgemeingültige Bedingungen festzulegen. Die Erfahrung, so Geschäftsführer René Hain zeige, dass neugegründete Klein- und Kleinstbetriebe die Tarifnormen nur dann anwenden, wenn diese allgemeinverbindlich sind. Notwendig ist es auch, um einen rigiden Preiskampf und ruinösen Wettbewerb auf Kosten der Mitarbeiter zu verhindern.

Beide Parteien hoffen sehr, dass die Prüfung im zuständigen hessischen Sozialministerium erfolgreich verläuft. Dann könnte die AVE ab dem 01.08.2018 rückwirkend gelten.

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