Versammlung der Bauhandwerksinnung und der Bezirksstelle Lahn-Dill des Verbandes baugewerblicher Unternehmen Hessens

Auch im neunten Jahr des Konjunkturaufschwunges wird die aktuelle Situation in der Bauwirtschaft von den heimischen Bauunternehmen positiv bewertet, was zudem für den Ausblick auf den angenommenen Verlauf des Jahres 2019 zutrifft. Als Gast der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Bezirksstelle Lahn-Dill des Verbandes baugewerblicher Unternehmen Hessen e. V. (Vorsitzender ist Wolfgang Fey, Haiger) und der Bauhandwerksinnung Lahn-Dill in den Räumen der Kreishandwerkerschaft in Wetzlar (mit Obermeister Ulrich Weber, Rechtenbach) gab Rainer von Borstel für 2019 eine "positive Bauprognose" ab, mit in der Summe steigenden Umsatzzahlen bei gleichzeitig auf niedrigem Niveau verharrenden Zinsen. Allerdings werde, so der Hauptgeschäftsführer des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. mit Sitz in Frankfurt, "zunehmend auf Sicht gefahren", was in der gesamten, auch globalen, Entwicklung, Beispielstichwort "Brexit", begründet liege.

Ob groß oder klein: das hessische Baugewerbe hat Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, beginnend im Ausbildungsbereich bis zu den Fachkräften. Der Landesgeschäftsführer spricht von einer "dramatischen Entwicklung". Denn laut einer aktuellen Umfrage stuften vier von fünf Unternehmen des Baubereichs das Fehlen von Fachkräften oder Ingenieuren "als mit Abstand größtes Geschäftsrisiko" ein. Von Borstel: "In Sachen Fachkräftegewinnung gibt es leider keinen Königsweg." Ein Lösungsansatz könnte die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland sein. Hier werde der Verband sozusagen gezwungenermaßen aktiv werden. Und das angesichts der Tatsache, dass im Wohnungsbau des vergangenen Jahres landesweit eine Steigerung um zehn Prozent zu verzeichnen sei und acht Prozent im Straßen- und Tiefbau. Schwerpunktmäßig im Rhein-Main-Gebiet, aber auch im angrenzenden Mittelhessen. Einzig rückläufig ist der öffentliche Bau, für den das Land, die Kreise und Kommunen die Aufträge vergeben.  

Bezogen auf die fünf mittelhessischen Landkreise, die zum Regierungspräsidium Gießen gehören, ist laut von Borstel der Lahn-Dill-Kreis führend, was den baugewerblichen Umsatz im Wohnungs-, Hoch und Tiefbau betrifft. Einzig der Landkreis Limburg-Weilburg liegt im Gesamtumsatz höher, war jedoch auf einen exorbitant hohen Anteil im Straßenbau zurückzuführen sei. Ein nennens- und lohnenswertes Feld für das Bau- und Ausbaugewerbe ist die energetische Modernisierung (Wärmeschutz im Altbau) bestehender Gebäude. In Sachen "Gesamtmodernisierungsfortschritt" hinkt Hessen laut von Borstel im Bundesvergleich hinterher. Es sei also Luft nach oben vorhanden, nicht zuletzt auch im Blick auf die angepeilten Klimaschutzziele.

Einig war sich die Versammlung mit dem Gastreferenten, dass dem Handwerk die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zahlreichen Gewerken, die bei der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004, dieser Pflicht - gegen den damaligen Widerstand des Handwerks -entbunden wurden, gut und mit positiven Folgen zu Gesicht stehen würde. "Das ist aber ein schwieriger Prozess mit der Politik auf Bundesebene", weiß von Borstel, der aber guter Dinge ist, bei der Wiedereinführung der Meisterpflicht speziell im Fliesenlegerhandwerk auf einem guten Weg zu sein.

 Der Bauhandwerksinnung Lahn-Dill und paarallel dazu der Bezirksstelle Lahn-Dill des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessen gehören aktuell 41 Mitgliedsbetriebe an, einer weniger als vor Jahresfrist. Insgesamt werden derzeit 68 junge Menschen ausgebildet: 31 zum Maurer, acht zum Hochbaufacharbeiter, zehn zum Tiefbaufacharbeiter, fünf zum Fliesen -Platten- und Mosaikleger sowie 14 zu Straßenbauern, derzeit jedoch lauf Obermeister Weber leider kein einziger im Bereich Beton- und Stahlbetonbauer. Im Jahr 2018 haben insgesamt 19 von 23 Lehrlingen ihre Gesellenprüfungen in den genannten Gewerken bestanden.

Foto und Text: Ewert
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